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Literatur

werden Bücher über die Geschichte historischer Dieselmotoren und deren Erfinder und Hersteller vorgestellt.


Themenbezogene Druckwerke von Horst Köhler

"Die ersten Dieselmotoren bis 1900 weltweit" von Horst Köhler, Coverbild
Buchcover: Ein 1898 gebauter 30-PS-Einzylindermotor der Maschinenfabrik Augsburg (links) und der Augsburger Dieselmotoren-Probestand mit dem ersten Versuchsmotor 15/40 aus dem Jahr 1893 in einer künstlerischen Umsetzung.

Die ersten Dieselmotoren  bis 1900 weltweit

von Horst Köhler

 

Eine chronologische Aufstellung von fast allen der weltweit ersten, zwischen 1893 und Ende 1900 entwickelten, gebauten, getesteten und verkauften "Ur-Dieselmotoren" existierte bisher nicht, vor allem wegen der spärlichen Dokumentationssituation der frühen Dieselmotoren aus einer Zeit, in der es - vor allem in den Jahren 1898/99 - nicht klar war, ob Dieselmotoren überhaupt eine Zukunft haben würden oder nicht. Nicht wenige der zahlreichen frühen Hersteller gaben den Dieselmotorenbau kurz vor und kurz nach der Jahrhundertwende wieder auf, verschrotteten ihre Motoren und vernichteten Konstruktionszeichnungen und andere wichtige Dokumente. 

 

Durch die im August 2015 im Eigenverlag des Verfassers erschienene 44-seitige bebilderte Broschüre wurde diese Lücke in der Fachliteratur geschlossen. Etwa 50 Motoren werden chronologisch in einer tabellarischen Übersicht vorgestellt und dabei neben den Herstellern und dem Baujahr auch die technischen Hauptdaten (Zylinderdurchmesser, Hub, Leistung, Drehzahl, Gewicht, Leistungsgewicht), die Fertigstellung, Auslieferung und Inbetriebnahme sowie - bei verkauften Motoren - Name und Ort des Kunden und die Einsatzart aufgeführt. Soweit die Motoren heute noch existieren, wird angegeben,wo sie zu sehen sind. Daneben gibt es interessante zusätzliche Textinformationen über die Geschichte der vorgestellten Dieselmotoren.

 

Achtung: Das erst im Sommer 2015 erschienene Druckwerk ist bereits vergriffen und nicht mehr erhältlich. Der Verfasser gibt jedoch noch einige wenige Restexemplare aus seinem Privatbestand ab (bitte dazu das Kontaktformular in der Rubrik "Impressum" nutzen).

 

 

Biographie "Rudolf Diesel: Erfinderleben zwischen Triumph und Tragik", Horst Köhler, Coverseite
Coverseite der Diesel-Biographie von Horst Köhler

Rudolf Diesel: Erfinderleben zwischen Triumph und Tragik

von Horst Köhler

 

Es ist schon etwas überraschend, dass es in der deutschsprachigen Fachliteratur bisher keine gedruckte Biographie in Buchform über den Erfinder Rudolf Diesel gab – von den frühen Biographien und deren zahlreiche Neuauflagen und Nachdrucke des schriftstellerisch talentierten jüngeren Erfindersohnes Eugen Diesel aus dessen ganz persönlicher Sicht abgesehen.

 

Im Dezember 2012, also zu Beginn des 100. Todesjahres von Rudolf Diesel, erschien im Augsburger Context-Verlag die 228-seitige Biographie von Horst Köhler mit 82 meist historischen Abbildungen. Der Verfasser hat 40 Jahre beruflich in dem gleichen Unternehmen als Dieselmotoren-Ingenieur gearbeitet, in dessen Vorgängerin, der Maschinenfabrik Augsburg, der Erfinder zwischen 1893 und 1898/99 seinen Motor entwickelt und erprobt hat - mit finanzieller und auch fachlicher Unterstützung von Fried. Krupp, Essen. 

 

Das Buch geht auf die Vorfahren und Eltern von Rudolf Diesel ein, beschreibt dessen Kindheit in Paris, seine Schulzeit in Augsburg und sein Maschinenbaustudium in München. Eingegangen wird auf seine erste berufliche Situation als leitender Angestellter der Eismaschinenfabrik Linde in Paris, später in Berlin. Weitere Kapitel zeigen auf, wie Diesel es strategisch klug  geschafft hat, die Maschinenfabrik Augsburg als Nicht-Motorenhersteller von seiner Idee zu überzeugen und wie steinig  der Weg war, bis die (dritte) Diesel-Versuchsmaschine auf dem Augsburger Prüfstand endlich zufriedenstellend lief. Diesel wurde kurz danach zum mehrfachen Milionär, verlor aber fast sein ganzes Vermögen weitgehend in den ersten Jahren nach der Jahrhundertwende durch gravierende Fehlentscheidungen und gewagte Spekulationen. Darauf geht die Biographie ebenso ein wie auf das Ende des erkrankten, zerrütteten und nunmehr mittellosen Erfinders in der Nacht vom 29. auf den 30. September 1913, für das es nur eine Erklärung gibt - den Freitod. Horst Köhler hat sich auch mit den heute weltweit verstreuten Nachkommen des Erfinders beschäftigt und mit einigen von ihnen gesprochen und korrespondiert. Das Ergebnis dieser Kontakte ist im Buch in Form eines Stammbaumes der Familie Diesel von seinen Ur-Ur-Großeltern bis fast zur Jetztzeit berücksichtigt. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis und zahlreiche zusätzliche Fußnoten zum Text runden das Werk ab.

 

Im Dezember 2012 erschien im Context-Verlag die Neuauflage, genau drei Jahre später eine leicht verbesserte zweite Auflage. Das Taschenbuch kann über den Buchhandel zum Preis von Euro 16,90 erworben werden (ISBN 978-3-939645-57-3). Über Staffelpreise bei der Bestellungen durch Wiederverkäufer gibt der Verlag Auskunft (www.context-mv.de).

 

Dieser Beitrag wurde am 31. März 2017 online gestellt.

www.dieselmotoren-historik.com


Dr.-Ing. h.c. Franz Lang – Motorenbauer und Erfinder aus Altomünster

von Prof. Dr. Hans-Joachim Geisweid

 

Format 21 x 21 cm, brosch., 108 Seiten, 64 Abbildungen (s/w), Herausgeber: Heimat- und Museumsverein Altomünster e.V., 2000, ISBN 3-935391-04-8, Preis € 10 € zuzüglich Porto; Bestellungen über das Museum Altomünster, St. Birgitten-Hof 6/8, 85250 Altomünster, Email: museumaltomuenster@gmail.com 

 

 

 

 

Wohl nur wenige Interessierte an der Geschichte historischer Dieselmotoren wissen, dass aus dem schwäbischen Markt Altomünster, östlich von Augsburg an der A8 gelegen, der begabte Erfinder Franz Xaver Lang stammt, der sich zeitlebens mit der Verbesserung des Dieselmotors, speziell der Kraftstoffeinspritzung und des Verbrennungsprozesses im Zylinder, befasst hat. Mit nahezu 200 Patenten war er ähnlich effektiv wie der um 15 Jahre ältere Erfinder Rudolf Diesel, den er 1898 in Nürnberg begegnete, jedoch nicht zu seinem Mitarbeiterkreis zählte. Das hier vorgestellte Druckwerk erschien anlässlich einer Ausstellung der Marktgemeinde Altomünster, dessen Ehrenbürger Lang ist. Diese Ausstellung fand vor 17 Jahren, vom 23. April bis 26. November 2000, statt.

 

Auf der Basis des umfangreichen Nachlasses von Lang zeichnet der frühere Fachhochschulprofessor Geisweid den selten geradlinigen Weg des als „schwierig“ geltenden schwäbischen Erfinders Lang nach, der oft genug mit Vorurteilen und Fehlbeurteilungen durch Vorgesetzte zu kämpfen hatte; mitunter wurden seine Arbeiten, die er zeitweise auch zu Hause (auf dem Balkon !) durchführte, sogar behindert. Oft stimmte die Chemie zu seinen Vorgesetzten nicht. Erst gegen Ende seines bewegten Lebens erzielte Franz Xaver Lang die ihm gebührende Anerkennung, wie beispielsweise im Jahr 1950 die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Technische Hochschule München – obwohl er vor und nach Abschluss seiner Schlosserlehre keine Gelegenheit hatte, eine höhere Schule zu besuchen und anschließend zu studieren. Vielleicht ist der Grund für seine Schwierigkeiten im Umgang mit Vorgesetzten auch darin zu sehen, dass er schon als 7-Jähriger kurz hintereinander beide Eltern verlor und von seinem Onkel, einem Malermeister, und dessen Frau erzogen wurde. Das Buch liest sich spannend bis zur letzten Seite, angefangen von der Kindheit über die ersten beruflichen Schritte bis zu den äußerst schwierigen Phasen seiner Selbständigkeit und der kurzen Tätigkeit bei der Firma Bosch, die von Langs Erfindungen auf dem Gebiet der Einspritztechnik enorm profitierte, aber trotzdem nach dem mehr oder weniger erzwungenen frühen Ausscheiden Langs aus dem Unternehmen wegen angeblich betrügerischer Handlungen gerichtlich gegen ihn vorging. Die Technik seiner Einspritzeinrichtungen wird in speziellen Kapiteln mit instruktiven Schnittzeichnungen anschaulich beschrieben. Zwei Co-Autoren, einer ein ehemaliger Akademischer Direktor an der TU München, der andere früherer Professor an der TU München, beschreiben zum Abschluss des Buches die Merkmale des Lanova-Luftspeicherverfahrens für Dieselmotoren bzw. geben persönliche Erinnerungen an Franz Lang zu Papier.

 

Ein faszinierendes Druckwerk, dessen Lektüre nur nachhaltig empfohlen werden kann, solange es noch vorrätig ist. Bleibt zu hoffen, dass durch die Biografie der Schlosser, Unternehmer und Erfinder Lang Jahrzehnte nach seinem Tod eine gewisse Rehabilitierung bei seinen Kritikern erfährt.

H.K.

 

Dieser Beitrag wurde am 16. September 2017 online gestellt.

www.dieselmotoren-historik.com

 

Hinweis: Demnächst wird in der Rubrik „Sonstiges“ ein Hauptartikel mit Informationen über das Leben und Schaffen von Franz Xaver Lang veröffentlicht.